Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild
Bühnenbild

Die Fenster der Johanneskirche

Künstlerische Gestaltung der Kirchenfenster von Erhard Klonk, Marburg, 1958-1965.

Deutungen zu den einzelnen Fenstern von Liselotte Riel, August 2012.
2., überarb. und erw. Auflage August 2020.

Nach Pfr. Hans Scriba,
(Johannesgemeinde 1947-66).

Die Fenster der Johanneskirche zu Giessen

1959 - 1965 federführend entworfen, ausgeführt und bemalt von dem Maler, Glasmaler und Schauspieler Erhardt Klonk (1898 – 1984), Marburg.

 

Die Bilder nehmen Bezug auf Bibelstellen aus dem Buch der Offenbarung des Johannes (dem Namensgeber der Kirche). Studie nach Texten der Apokalypse des Johannes.

Von Liselotte Riel, August 2012.
2., überarb. und erw. Auflage August 2020.

Nach Pfr. Hans Scriba,
(Johannesgemeinde 1947-66).

I. Fenster über der Orgel. Der Engel der vier Winde.

Offenbarung des Johannes 7, 1-3

„Danach sah ich vier Engel stehen auf den vier Ecken der Erde, die hielten die vier Winde auf der Erde, auf dass kein Wind über die Erde blies noch über das Meer noch über irgendeinen Baum. Und ich sah einen großen Engel aufsteigen von der Sonne Aufgang, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief mit großer Stimme: Beschädigt die Erde nicht noch das Meer noch die Bäume, bis wir versiegeln die Diener unseres Gottes an ihren Stirnen.“

Der Engel Gottes fliegt heran von rechts = Osten. Er gebietet Winden aus den vier Ecken Einhalt. Diagonale Winde wurden als schädlich erachtet. Als Zeichen seiner Vollmacht trägt der große Engel ein Kreuz-Siegel in der Linken; die Rechte segnend und mahnend erhoben. Laut ruft er. Vier weitere Engel – wie der große mit Nimbus (= Heiligenschein) – halten ernst und schweigend die Winde auf. {Augen; Füße}.

Auch im Richten will Gott nicht Zerstörung, sondern Neuschöpfung und Erlösung. Sein Gericht ist Mittel zu diesem Zweck. Der Gerichtsengel, sein Bote, bannt die dämonischen Zerstörungsmächte mit dem Siegel des Kreuzes, der Erlösungstat Christi für die Welt. Auch wir werden an der Stirn mit dem Kreuz-Zeichen gesegnet. Wer sich unter die Macht des Gekreuzigten stellt, geht aus dem Zusammenbruch der Welt heil hervor.

II. Fenster, auf der Empore rechts. Rettung der Zeugen Jesu Christi.

Offenbarung 6, 9-17

„Ich sah unter dem Altar die Seelen derer, die erwürgt waren um des Wortes Gottes und des Zeugnisses willen, das sie hatten. Sie schrien mit großer Stimme und sprachen: Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächst unser Blut an denen, die auf Erden wohnen? Und ihnen wurde gegeben einem jeglichen ein weißes Kleid, und ward zu ihnen gesagt, dass sie ruhten noch eine kleine Zeit, bis dass vollends dazukämen ihre Mitknechte und Brüder, die auch sollten getötet werden gleich wie sie.

Und ich sah, und siehe, da ward ein großes Erdbeben, und die Sonne ward schwarz wie ein härener Sack, und der Mond wie Blut. Die Sterne des Himmels fielen auf die Erde. Und die Könige auf Erden, die Großen und die Reichen und alle Knechte und Freien verbargen sich im Gebirge und sprachen zu Bergen und Felsen: Fallt über uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Stuhl sitzt und vor dem Zorn des Lammes! Denn der große Tag seines Zorns ist gekommen, und wer kann dann bestehen?“


Oben in der Bildmitte der Altar mit Brot und Weintraube, darüber das Lamm. {Spirale? 2 Bluts-Tropfen?}
Zu den Seiten zwei Engel, die harrenden Seelen aus allen Völkern und Nationen weiße Ehrenkleider anlegen. In den kleinen Rundfenstern (Oculi): Sonne und Mond, sich verfinsternd, fallen vom Himmel. In den vier unteren Fenstern die Schrecken der Endzeit: die mittleren Felder zeigen in Furcht sich verbergende Menschen; links und rechts die durch Feuer und Erdbeben zusammenstürzende Welt.

Der Altar ist Stätte der Anbetung und Teilhabe am für uns dargebrachten Opfer Christi; Brot und Weintraube dessen Symbole. „Nehmt hin und esst, das ist mein Leib; nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut, für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden.“

Die Märtyrer oben haben Christus Treue gehalten bis ans Ende. Ihre weißen Gewänder sind Zeichen der Aufnahme in die himmlische Gemeinschaft. Die Frage der um ihres Glaubens willen Leidenden: Wie lange währt dies? wird beantwortet in dem Geschehen der Endzeit. Die Sonne verliert ihren Schein (links), der silberne Mondesglanz wird zum Mordstrahl (rechts); die Sterne, Abbild des Himmelsgewölbes, fallen nieder auf die Welt.

Die Könige, Reichen und Mächtigen, die sich auf irdischen Einfluss gründen, müssen die Vergänglichkeit ihrer Grundlage mit Zittern und Schreien anerkennen. Die bange Frage: Herr, wer wird bestehen? findet ihre Antwort im Geschick der mit weißen Kleidern angetanen Märtyrer. Wer Glauben behält bis ans Ende wird selig.

III. Fenster, auf der Empore links. Der König aller Könige.

Offenbarung 19, 11-16; 20,1-2

„Ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, dessen Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt viele Kronen; und er war angetan mit einem Kleide, das mit Blut besprengt war; und sein Name heißt „Das Wort Gottes“.

Ihm folgte das Heer im Himmel auf weißen Pferden, angetan mit weißem reinen Leinen. Aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Heiden schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe. Und er trägt einen Namen geschrieben auf seinem Kleid und auf seiner Hüfte: „Ein König aller Könige und ein Herr aller Herren“.

Und ein Engel schrie mit großer Stimme zu allen Vögeln, die unter dem Himmel fliegen: Kommt und versammelt euch zu dem Abendmahl des großen Gottes, dass ihr esst das Fleisch der Könige und Starken, der Pferde und derer, die darauf sitzen, und das Fleisch aller Freien und Knechte, der Kleinen und Großen! … Und ich sah einen Engel vom Himmel fahren, der hatte eine große Kette in seiner Hand. Und er griff den Drachen, die alte Schlange, welche ist der Teufel und Satan, und fesselte ihn.“


Der auferstandene Christus in weißem Gewand voll Blutstropfen reitet auf dem Pferd. Fünf Kronen trägt er auf dem Haupt; in seiner erhobenen Rechten einen Stab. Links Reiter auf weißen Pferden, durch ihren Heiligenschein, sowie Sonne, Mond und Sterne als himmlisches Heer erkannt. Jeder trägt ein Schwert in seiner Rechten. {11 Sterne?; Schlüssel?}


Unten rechts der falsche Herrscher, Verführer der Welt; sein Zepter ist zerbrochen, er selbst teils ein Gerippe. Im zweiten Feld rechts das große Tier, der Satan, mit Kette gefesselt. Sein Schweif zieht sich nach rechts und unten zu seinen Klauen. Dazwischen die graue Masse der Verführten. Im ersten und zweiten Feld links: Der Engel, hier mit Strahlen-Nimbus, bindet feindliche Gewalten. Hinter dunklen Wolken die aufgehende „Sonne der Gerechtigkeit“ Gottes. Links unten im großen Rundfenster, im kleinen Oculus rechts, sowie über dem Kopf des Tieres erkennt man Vögel, die das Fleisch der Abtrünnigen fressen.- Ganz unten rechts: „Entwurf und Ausführung Erhardt Klonk Marburg Lahn 1962“.


Jesus Christus erscheint am Ende der Zeiten in Majestät; sein weißes Pferd ist Sinnbild der Herrschaft in Gerechtigkeit. Das blutbesprengte Ehrenkleid verweist auf seinen Opfertod. Sieben Reiter mit Glorienschein auf weißen Pferden stellen die im Glauben Vollendeten dar. Das zweischneidige Schwert aus seinem Mund ist Gottes Wort, das einige annehmen und andere verwerfen.

Der Name Christi offenbart jetzt für alle sichtbar seine Macht, darum ist er aufs Gewand geschrieben. Die Vögel als dem Himmel zugeordnete Tiere sind berufen, Gottes Strafgericht zu vollziehen. Das Tier, der Antichrist, als widergöttliche Gewalt will sich der Welt bemächtigen. In seinem Dienst steht der falsche Prophet, ein Hinweis auf gottfeindliche Prophezeiungen. Beide werden gefesselt durch einen Engel des himmlischen Heeres.

IV. Fenster, rechts vom Altar. Lobpreis und Buch mit Sieben Siegeln

Offenbarung des Johannes 4,2-11

„Und siehe, ein Stuhl war gesetzt im Himmel, und auf dem Stuhl saß einer, anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder. Und um den Stuhl 24 Älteste, mit weißen Kleidern angetan, die trugen auf ihren Häuptern goldene Kronen. Von dem Stuhl gingen aus Blitze, Donner und Stimmen; und sieben Fackeln brannten vor dem Stuhl, welches sind die sieben Geister Gottes. Und vor dem Stuhl war ein gläsernes Meer und um den Stuhl vier Tiere, voll Augen vorn und hinten.

Das erste Tier war gleich einem Löwen (Markus), das andere Tier gleich einem Kalbe (Lukas), das dritte hatte ein Antlitz wie ein Mensch (Matthäus), und das vierte war gleich einem fliegenden Adler (Johannes). Und ein jegliches der vier Tiere hatte sechs Flügel, und sie waren außenherum und inwendig voll Augen und sprachen: „Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt!“


Der auferstandene Jesus Christus (ohne Antlitz) sitzt auf dem Thron, als Herrscher des Alls und Weltenrichter (Pantokrator). Sein Haupt umgibt heller Glanz mit Strahlen sowie sieben Flammen, sieben Gaben des Heiligen Geistes darstellend (Besonnenheit, Erkenntnis, Frömmigkeit, Gottesfurcht, Stärke, Verstand, Weisheit). In Händen hält er eine Schriftrolle mit Alpha und Omega sowie sieben Siegeln.
Davor er als Lamm Gottes, zu den Seiten die vier Wesen mit je sechs Flügeln voller Augen.Zur Linken Adler und Löwe; rechts der Mensch, die Hände anbetend vor der Brust, darüber ein Stier (Kalb).

Rechts neben dem Thron ein Engel in Segensgebärde, links einer mit Posaune. In den unteren vier Feldern stehen je sechs Älteste mit Kronen. Darunter die erlöste Tierwelt, die den Schöpfer preist: u.a. Reh, Löwe, Tiger, Pferd, blauer Hund; links und rechts oben ein Fisch / Vogel, sowie zwölf Sterne, Blitz und Donner.
Gott ist die alles bestimmende Macht des Lebens, das A und das O. Sein Angesicht aus Jaspis (= Edelopal) und Sarder (= Achat/ Sardonyx), der strahlende Glanz seiner Majestät.

Die 24 Ältesten vertreten die erlöste Gemeinde. Sie hat Teil an Gottes Herrschaft. Weiße Gewänder sowie Kronen sind Zeichen errungenen Sieges über die feindlichen Mächte. Die vier „Tiere“ = Lebewesen als Darstellung der gottgemäßen (Gott-gehorsamen) Schöpfung. Allseitige Augen deuten an, dass die befreite Schöpfung durchschaubar geworden ist. Alle Lebensrätsel haben in Gott ihre Lösung gefunden.
Auch die Tierwelt (unten) lebt zu Ehren des Schöpfers.

 

 

V. Fenster, rechts. Das himmlische Jerusalem.

Offenbarung 21,10-16. 23

„Ein Engel zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem, niedergefahren aus dem Himmel von Gott, die hatte die Herrlichkeit Gottes. Und ihr Licht war gleich dem aller-edelsten Stein, einem hellen Jaspis. Und sie hatte eine große und helle Mauer und hatte zwölf Tore und auf den Toren zwölf Engel. Vom Morgen drei Tore, von Mitternacht drei, von Mittag drei, von Abend drei Tore. Und der mit mir redete, hatte ein goldenes Rohr, dass er die Stadt messen sollte und ihre Tore und ihre Mauer. Und er maß die Stadt mit dem Rohr auf zwölftausend Stadien. Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.“


Ein weiteres Fenster mit Christusbildern: Das himmlische Jerusalem mit goldenen Mauern und Toren. Auf ihren Zinnen zwölf anbetende Engel, in ihrer Mitte Jesus Christus als Lamm Gottes. In den unteren zwei Feldern rechts Johannes in schauender Haltung Er kniet mit erhobenen Händen vor einem Engel mit dem goldenen Stab in der Hand. {unten mittig große „Tabakpflanze“?}

Das himmlische Jerusalem ist Hinweis auf die Weltvollendung, die irdische Welt findet Sinn und Ziel in der kommenden, ewigen. Die Zahl „zwölf“ ist nach der Heiligen Schrift Zeichen himmlischer Vollendung. Diese ist in der Welt vorgebildet in den zwölf Stämmen Israels, fortgeführt in den zwölf Aposteln als Sendboten in den Weltkreis. Das „Messen“ der Stadt durch den Engel als Bestätigung des Werkes Gottes, wie ein Gebäude nach seiner Fertigstellung „abgemessen“ wird.
Seine vollkommene Welt wird als Wirklichkeit sichtbar.

VI. Fenster, unter der Empore rechts. Wasser des Lebens - Paradies.

Offenbarung des Johannes 22, 1-2

„Der Auferstandene zeigte mir einen lauteren Strom lebendigen Wassers, klar wie ein Kristall. Der ging aus von dem Stuhl Gottes und des Lamms. Auf beiden Seiten des Stroms stand Holz des Lebens, das brachte seine Früchte alle Monate. Und die Blätter des Holzes dienten zur Heilung der Heiden.“


In der Mitte der Thron des Dreieinigen Gottes leuchtend rot. Das Kreuz im Kreis symboli-siert Jesus Christus, darin das Auge Gottes, des Vaters. Darunter die Taube, Zeichen des Heiligen Geistes. Lebendiges Wasser strömt von der linken Seite zur rechten hinüber. Zu beiden Ufern stehen belaubte Bäume mit je zwölf Früchten.

In einer Teil-Scheibe rechts unten die Künstler-Signatur „Erhardt Klonk“.

Gottes Thron als Ausgangsort allen Lebens. Der wahre Gott ist der Dreieinige: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Von ihm empfangen wir Lebensfülle wie einen Strom kristallklaren Wassers. Leben, das aus göttlichen Kräften gespeist wird. Es wurzelt in der Fülle des Glaubens. Lebensbäume zu beiden Seiten des Wassers verweisen darauf, dass dem Glaubenden überall Gottes Kraft zuströmt: „Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen“ (Römerbrief 8,28).- Auch „Heiden“ gilt jederzeit Gottes Angebot.

VII. Fenster, unter der Empore, links. Der Menschensohn.

Offenbarung des Johannes 1,9-20

„Ich, Johannes, war um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu Christi willen auf der Insel Patmos. Ich hörte hinter mir eine große Stimme. Und ich sah sieben goldene Leuch-ter und mitten unter den Leuchtern einen, eines Menschen Sohn gleich, angetan mit ei-nem langen Gewand und begürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar waren wie weiße Wolle, wie der Schnee und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße gleich wie Messing, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen. Er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand und aus sei-nem Munde ging ein scharfes zweischneidiges Schwert und sein Angesicht leuchtete wie die helle Sonne. Und er sprach: Fürchte dich nicht. Schreibe, was du gesehen hast: die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden; und die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden.“ (vgl. Offb. 1-3)


Christus trägt das Gewand eines Hohepriesters mit Gold auf Brust und Saum. Aus seinem Mund geht das scharfe zweischneidige Wort. Ihn umgeben sieben Leuchter, und seine Rechte sieben Sterne. Wasser deutet die Insel Patmos an. Im rechten Fenster unten erkennt man den Namensgeber unserer Kirche, wie er „im Geiste“ die Offenbarung empfängt. Unten links eine große Blume (Lilie?).

Der alt gewordene Apostel Johannes schaut über das Irdische hinaus ins Ewige, Bleibende. So sieht er Christus als Hohenpriester, der mit Gebeten für seine Gemeinde eintritt und über ihrem Glauben wacht. Daher geht das Schwert als Zeichen göttlichen Zornes aus seinem Mund und scheidet Rechtes von Falschem. Die weiße Farbe von Haupt und Haar ist Sinnbild der Reinheit seines Wesens. Augen wie Feuerflammen voll eindringender Kraft des Blickes entzünden die sieben Leuchter. Diese spiegeln Lichtglanz aus der himmlischen Welt, sieben Sterne um Christi Hand verweisen darauf, dass er Herr seiner Christenheit ist. Sie wird zur Einheit zusammengefasst und strahlt vor Gott wie Sterne am Himmel. Die stilisierte Lilie – teils blutrot gerändert – als Symbol der Gnade im Jüngsten Gericht.

VIII. Fenster, über dem Altar. Der Weltenrichter - Maiestas Domini

Offenbarung 3,11; 4,2 ff; 20,11-12; 21,5-6.22

„Und der auf dem Thron saß sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“


Jesus Christus als Pantokrator
Ein Bild voll expressivem Realismus! Die Farb-Symmetrie rot – blau – gelb der Oculi lenkt den Blick zur Mitte des großen Runds. In Christus verbinden sich messianische Propheten des Alten und Neuen Testaments: Haggai 2,1-9 Gegenwart und Beistand Gottes; Herrlichkeit und Eckstein des neuen Tempels. Matthäus 1,1-17 Er weist auf den Stammbaum Jesu Christi. {Augen vgl. andere Bilder}


Der auferstandene und in den Himmel aufgefahrene Christus mit vier blutigen Wundmalen und Kreuz-Nimbus als Richter und Herrscher der Welt, Himmels und der Erde. Er thront auf dem Regenbogen. Seine Linke weist auf das Buch des Lebens, worin Anfang und Ende.


„A und O“, beschlossen liegen, seine Rechte segnend erhoben. Zwei Engel mit Posaunen leiten das Jüngste Gericht ein, die große Weltverwandlung. Zu Christi Füssen der Weltkreis, das Erdenrund. Darunter der überwundene Drache feindlicher Mächte.
In den unteren vier Feldern zwei jener Propheten (AT) und Apostel (NT), die auf Christi Kommen hinweisen: Micha mit Banderole „Aus Dir soll mir kommen der Ewige“ (5,1) und Haggai mit Schriftrolle. Dazu Matthäus mit Buch und der junge Johannes mit Foliant und Schreibfeder; sein Spruchband „Ja, ich komme bald“.

Alle Personen stehen auf kleinen Bergen (der Erkenntnis); die Propheten beschuht, die Evangelisten barfuß. Ernste fordernde Blicke nach Vorbild alter Ikonen zeigen die große Bedeutung der Botschaft Gottes.

Entwurf Fenster VIII.

Ein Vergleich mit diesem nicht ausgeführten Entwurf Erhardt Klonks zeigt erhebliche Unterschiede,
z.B. bei dem „Krokodil“ und in den unteren Feldern:

  • Vier „Evangelisten“ ohne Namen, barfuß, der erste mit Buch, alle Gesichter sehr verändert.
  • Die Figurenfolge vertauscht.
  • Johannes mit Spruchband: „Im Anfang war das Wort“.


Weitere für dies Fenster relevante Bibelstellen:
Mt. 2,5-6; 12,6; 25,31-46; 27,40; Joh. 2,21; 7,42 Apg. 10,42; 17,31, 1. Kor. 6,19 2.Kor. 6,16