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Das Lied von der Glocke

Von Friedrich Schiller.

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Und dies sei fortan ihr Beruf, 

wozu der Meister sie erschuf:

Hoch über'm niedern Erdenleben

soll sie im blauen Himmelszelt,

die Nachbarin des Domes, schweben

und grenzen an die Sternenwelt;

soll eine Stimme sein von oben

wie der Gestirne helle Schar,

die ihren Schöpfer wandelnd loben

und führen das bekränzte Jahr.

 

Nur ewigen und ernsten Dingen

sei ihr metallner Mund geweiht,

und stündlich mit den schnellen Schwingen

berühr' im Fluge sie die Zeit!

Dem Schicksal leihe sie die Zunge;

selbst herzlos, ohne Mitgefühl,

begleite sie mit ihrem Schwunge

des Lebens wechselvolles Spiel!

Und wie der Klang im Ohr vergehet,

der mächtig tönend ihr entschallt,

so lehre sie, daß nichts bestehet,

daß alles Irdische verhallt!

(Auszug) 

Die Glocken der Johanneskirche

 

Die ursprünglichen Glocken der Johanneskirche existieren nicht mehr. Der 2. Weltkrieg forderte seinen blasphemischen Tribut, und die Glocken wurden zu Kriegsmaterial umgeschmolzen. Umso mehr sind die Gießener dankbar dafür, dass die einzige aus dem Krieg unzerstört zurückgekehrte Glocke in der Johanneskirche einen neuen Platz gefunden hat. Ihr Name ist "Mathilde".

"Mathilde" ist auch die älteste Glocke Gießens. Sie wurde 1853 aus einer Glocke von 1473 gegossen, und hing ursprünglich in der alten Gießener Stadtkirche am Marktplatz. Da sie nach dem 2. Weltkrieg an ihrem ursprünglichen Platz - wegen der Zerstörung an der alten Kirche - dort nicht mehr aufgehängt werden konnte, kam sie in der Johanneskirche.

Mehr über die Glocken der Johanneskirche finden Sie hier: Von Ulrike Fiensch (Pfarrerin der Lukasgemeinde von 1988-2007) >>>  Quelle: Festschrift "100- Jahre Johanneskirche", Gießen, 1993.

 

 

Die neuen Glocken 1927 für die Johanneskirche