Die Johanneskirche
“Ein strahlender Ort evangelischen Glaubens”
Foto 12/2011: Gießener Anzeiger/Franz Möller (mit Dank für die Nutzung)
Johanneskirche, 1944-1993
(Quelle: Festschrift 100 Jahre Johanneskirche 1893 -1993, Heinz Jox)
Die Glocken der Johanneskirche
(Quelle: Festschrift 100 Jahre Johanneskirche 1893 -1993, Pfrn. Ulrike Fiensch)
Gedanken zur Christologie der Johanneskirche
(Quelle: Vorlage zum “Runden Tisch Johanneskirche” im Ev. Dekanat v. 14.11.2010, Gottfried Cramer)
Fenster der Johanneskirche
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Künstlerische Gestaltung der Kirchenfenster von Erhard Klonk, Marburg, 1958-1965. Deutungen zu den einzelnen Fenstern von Hans Scriba, Pfarrer der Johannesgemeinde von 1947-1966. |
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| I. Fenster, rechts. Offenbarung des Johannes 4,2-11 | |
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Gott ist die alles bestimmende Macht des Lebens. Sein Angesicht (Jaspis und Sarder) stellt den strahlenden Glanz seiner Majestät dar. Die 24 Ältesten verkörpern die erlöste Gemeinde, die teilhat an der Herrschaft Gottes. Die weißen Kleider sowie die Kronen sind Zeichen des errungenen Sieges über die feindlichen Mächte. Die 4 “Tiere” = Lebewesen sind Darstellung der gottgemäßen (Gott gehorsamen) Schöpfung. Die allseitigen Augen der Wesen deuten an, dass die befreite Schöpfung durchschaubar geworden ist, dass alle Lebensrätsel ihre Lösung in Gott gefunden haben. Auch die Tierwelt hat ihre Gefährlichkeit verloren und lebt zu Ehren ihres Schöpfers.
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| II. Fenster, rechts. Offenbarung des Johannes 21, 10-16 | |
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Das himmlische Jerusalem ist Hinweis auf die Weltvollendung, die irdische Welt findet ihren Sinn und ihr Ziel in der kommenden, ewigen. Die Zahl “zwölf” ist nach der Heiligen Schrift das Zeichen der himmlischen Vollendung. Diese ist in der Welt vorgebildet in den 12 Stämmen Israels, fortgeführt in den 12 Jüngern, den 12 Aposteln als Sendboten in den Weltkreis. Das “Messen” der Stadt durch den Engel bedeutet die Bestätigung des Werkes Gottes, die Sichtbarmachung der vollkommenen Welt als Wirklichkeit (wie ein Gebäude nach seiner Fertigstellung “abgemessen” wird).
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| III. Fenster über dem Altar | |
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Christus als Weltenrichter thront auf dem Regenbogen, in der Hand hält er das ewige Evangelium, in dem Anfang und Ende “A und 0″ beschlossen liegt. Zwei Engel mit Posaunen leiten die große Weltverwandlung ein, die mit dem Jüngsten Gericht anhebt. Zu Christi Füßen liegt überwunden der Drache, der die feindlichen Mächte darstellt. In den unteren Feldern stehen Propheten und Apostel, die auf das Kommen Christi hinweisen: Die Propheten Micha und Haggai aus dem Alten Testament und Matthäus und Johannes aus dem Neuen Testament. Der fordernde Blick ihrer Augen zeigt den Entscheidungscharakter ihrer Botschaft. |
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| IV. Fenster über der Orgel. Offenbarung 7, 1-3 | |
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Gott ist Richter. Aber auch in seinem Richten ist er nicht auf Zerstörung bedacht, sondern auf Neuschöpfung und Erlösung. Das Gericht ist Mittel zu diesem Zweck. Der Gerichtsengel als Bote Gottes bannt die dämonischen Zerstörungsmächte mit dem Siegel des Kreuzes, das heißt der Erlösungstat Christi für die Welt. Wer sich unter die Macht des Gekreuzigten stellt, geht aus dem Zusammenbruch der Welt heil hervor.
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| V. Fenster unter der Empore, rechts. Offenbarung 22, 1-2 | |
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Der Thron Gottes ist der Ausgangsort alles Lebens. Der wahre Gott ist der Dreieinige: Vater und Sohn und Heiliger Geist. Von ihm strömt de Menschen die Fülle des Lebens zu. Darauf deutet der Strom mit seinen kristallklaren Wassern hin. An beiden Ufern stehen die Lebensbäume. Das Leben, das aus den göttlichen Kräften gespeist wird, steht in de Fülle des Glaubens. Dass die Lebensbäume zu beiden Seiten des Wassers stehen, weist darauf hin, dass dem Glaubenden überall Gottes Kraft zuströmt gemäß dem Wort der Schrift: Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen. |
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VI. Fenster unter der Empore, links. Offenbarung des Johannes 1, 9-20 |
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Johannes empfängt die Offenbarung, wie er “im Geiste” war: Er schaut über das Irdische hinaus in das Ewige, das Bleibende. So sieht er Christus als den Hohenpriester, der mit seinen Gebeten für seine Gemeinde eintritt und über ihrem Glauben wacht. Daher geht das Schwert aus seinem Munde, welches das Rechte vom Falschen scheidet. Die weiße Farbe von Haupt und Haar ist Sinnbild der Reinheit seines Wesens, die Augen wie Feuerflammen weisen auf die eindringende Kraft seines Blickes hin. Die sieben Leuchter spiegeln den Lichtglanz der himmlischen Welt wider, die sieben Sterne in der Hand Christi weisen darauf hin, dass er der Herr seiner Christenheit ist, die zur Einheit zusammengefasst wird und vor Gott strahlt wie die Sterne am Himmel. |
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VII. Fenster auf der Empore, links. Offenbarung des Johannes 19, 11-21; 20, 1-3 |
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Christus erscheint am Ende der Zeiten in Majestät, sein weißes Pferd Sinnbild der Herrschaft in Gerechtigkeit. Das blutbesprengte Gewand weist auf seinen Opfertod hin. Die Reiter auf den weißen Pferden stellen die im Glauben Beständigen dar. Das zweischneidige Schwert ist Christi Wort, das die einen annimmt und die anderen verwirft. Der Name Christi offenbart jetzt für alle sichtbar seine Macht, darum der Name auf Kleid und Hüfte geschrieben. Die Vögel als dem Himmel zugeordnete Tiere sind berufen, das Strafgericht Gottes zu vollziehen. Das Tier, der Antichrist, stellt die widergöttliche Gewalt dar, die sich der Welt bemächtigen will. In seinem Dienst steht der falsche Prophet, ein Hinweis auf gottfeindliche Prophezeiungen. Der Verführer wird durch die himmlische Macht, einen Engel, gefesselt.
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VII. Fenster auf der Empore, rechts. Offenbarung des Johannes 7, 9-17 |
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Der Altar ist Stätte der Anbetung und Teilhabe an dem für uns dargebrachten Opfer Christi, Brot und Weintraube Symbol dieses Opfers:
“Nehmet hin und esset, das ist mein Leib; nehmet hin und trinket, das ist mein Blut, für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden.” Die Märtyrer haben Christus Treue gehalten bis an das Ende. Die Umkleidung mit weißen Gewändern ist Zeichen der Aufnahme in die himmlische Gemeinschaft. Die Frage der um ihres Glaubens willen Leidenden: Wie lange währt dies Leiden? wird beantwortet in dem Geschehen der Endzeit: Der Schöpfer wendet sich von seiner Schöpfung ab und damit wird ihr Fortbestand zunichte: Die Sonne verliert ihren Schein, der silberne Mondesglanz wird zum Strahl des Mordes; die Sterne, Abbild des Himmelsgewölbes, brechen hernieder auf die Welt. Die Könige, Reichen und Mächtigen, die sich auf irdischen Einfluss gründen, müssen die Vergänglichkeit ihrer Grundlage mit Zittern erkennen. Die bange Frage: Herr, wer wird bestehen? findet ihre Antwort in dem Geschick der mit weißen Kleidern angetanen Märtyrer: Wer Glauben behält bis an das Ende, wird selig. |
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